Kevin Kampl ist ein ehemaliger slowenischer Fußballnationalspieler, der vor allem durch seine Jahre bei RB Leipzig, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund bekannt wurde. Der in Solingen geborene Mittelfeldspieler gewann mit Leipzig zweimal den DFB-Pokal. Im Januar 2026 beendete er seine Profikarriere, um sich seiner Familie zu widmen. Sein letzter Verein war RB Leipzig. Das Karriereende bestätigte er am 17. Januar bei seiner Verabschiedung.
Sein Weg führte über unterklassige Stationen in Deutschland nach Salzburg und schließlich in die Champions League. Dabei verlief seine Entwicklung keineswegs geradlinig: Auf schwierige Anfänge folgten der internationale Durchbruch und eine lange, erfolgreiche Zeit in Leipzig.
Kurzporträt
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Kevin Kampl |
| Geburtsdatum | 9. Oktober 1990 |
| Alter | 35 Jahre, Stand 10. September 2026 |
| Geburtsort | Solingen, Deutschland |
| Größe | 1,78 Meter |
| Position | Mittelfeld |
| Nationalmannschaft | Slowenien |
| A-Länderspiele | 28 |
| Länderspieltore | 2 |
| Letzter Profiverein | RB Leipzig |
| Zeit bei RB Leipzig | 2017 bis Januar 2026 |
| Karriereende | Januar 2026 |
Herkunft: In Solingen aufgewachsen für Slowenien gespielt
Kevin Kampl wurde am 9. Oktober 1990 in Solingen geboren. Seine Eltern stammen aus Maribor und waren nach Deutschland ausgewandert. Seine Kindheit und seine ersten Schritte im Fußball verbrachte er damit in Nordrhein-Westfalen.
Er begann beim VfB Solingen und wechselte 1997 in die Nachwuchsabteilung von Bayer Leverkusen. Dort durchlief er die Jugendmannschaften. Die spätere Rückkehr zu Bayer war deshalb auch eine Rückkehr zu dem Verein, bei dem ein wesentlicher Teil seiner Ausbildung stattgefunden hatte.
Seine Herkunft erklärt zugleich, warum ein in Deutschland geborener und ausgebildeter Spieler für Slowenien auflief. Geburtsort, familiäre Wurzeln und sportliche Nationalmannschaftszugehörigkeit sind unterschiedliche Aspekte einer Biografie.
Die ersten Profijahre: Durchbruch über Umwege
Der Übergang vom Nachwuchs in den Profifußball gelang Kampl zunächst nicht dauerhaft. Nach Einsätzen für Leverkusens zweite Mannschaft folgte 2010 eine Leihe zur SpVgg Greuther Fürth. Diese brachte ihm noch keinen festen Platz im höherklassigen Fußball.
2011 wechselte er zum VfL Osnabrück. Ein Jahr später ging es zum VfR Aalen und noch im selben Sommer weiter zu Red Bull Salzburg. Die Abfolge dieser Stationen zeigt, wie schnell sich seine Perspektive damals veränderte: Innerhalb kurzer Zeit führte sein Weg aus der dritten deutschen Liga zu einem österreichischen Spitzenverein.
Für die Einordnung seiner Laufbahn sind diese Jahre wesentlich. Kampl etablierte sich nicht unmittelbar nach seiner Jugendzeit bei einem Bundesligisten. Erst die Erfahrungen außerhalb Leverkusens eröffneten ihm den Weg zurück auf die größere Bühne.
Salzburg: Der internationale Durchbruch
Zwischen 2012 und Ende 2014 spielte Kampl für Red Bull Salzburg. In dieser Phase wurde er auch außerhalb Deutschlands und Österreichs bekannter. Mit Salzburg gewann er 2014 die österreichische Meisterschaft und den nationalen Pokal.
Unter Roger Schmidt entwickelte er sich zu einem auffälligen Offensivspieler. Seine Dribblings und Tempoläufe machten ihn für größere Vereine interessant.
Die Salzburger Zeit markiert deshalb einen entscheidenden Übergang. Kampl war nun ein Spieler, dessen Leistungen einen Wechsel zu einem international etablierten Bundesligisten ermöglichten. Seine Karriere gewann eine neue Richtung.
Borussia Dortmund: Eine kurze Station mit hohen Erwartungen
Anfang 2015 schloss sich Kevin Kampl Borussia Dortmund an. Bereits im August desselben Jahres wechselte er weiter zu Bayer Leverkusen. Die Dortmunder Station blieb damit vergleichsweise kurz.
Insgesamt bestritt er 14 Bundesligaspiele für den BVB. Diese Zahl sollte nicht mit seinen Einsätzen in sämtlichen Wettbewerben verwechselt werden.
Rückblickend lässt sich diese Phase als Übergang betrachten. Dortmund war ein bedeutender Karriereschritt, wurde aber nicht zu dem langfristigen sportlichen Zuhause, das Kampl später in Leipzig fand. Eine kurze Zeit bei einem großen Verein beschreibt zudem nur einen Abschnitt einer Laufbahn, nicht deren gesamten Wert.
Bayer Leverkusen: Rückkehr und ein besonderer Abend in Wembley
Von 2015 bis 2017 spielte Kampl wieder für Bayer Leverkusen. Diesmal kehrte er mit Erfahrungen aus Salzburg und Dortmund zurück. Für Bayer absolvierte er in dieser Phase 53 Bundesligapartien.
Das Siegtor gegen Tottenham
Für Fußballfans im Vereinigten Königreich ist besonders der 2. November 2016 interessant. An diesem Abend gewann Leverkusen in der Champions League mit 1:0 gegen Tottenham Hotspur. Kevin Kampl erzielte den entscheidenden Treffer.
Die Begegnung wurde in Wembley ausgetragen. Für Tottenham verschärfte die Niederlage die schwierige Lage in der Gruppenphase; für Leverkusen war sie ein wichtiger Auswärtserfolg.
Dieser Abend liefert einen konkreten Bezug zu Kampls Bekanntheit in Großbritannien. Obwohl seine Vereinskarriere in Deutschland und Österreich stattfand, hinterließ er auch auf einer der bekanntesten englischen Fußballbühnen eine sportliche Erinnerung.

RB Leipzig: Die längste und erfolgreichste Phase
Im Sommer 2017 wechselte Kevin Kampl zu RB Leipzig. Dort blieb er bis Januar 2026 und absolvierte 283 Pflichtspiele. Damit dauerte seine Leipziger Zeit rund achteinhalb Jahre – deutlich länger als jede seiner vorherigen Stationen im etablierten Profifußball.
Diese Dauer ist ein wichtiger Teil seiner Bedeutung für den Verein. Während sich Mannschaften über mehrere Transferperioden verändern, blieb Kampl über viele Spielzeiten hinweg Teil des Leipziger Kaders.
Zwei DFB-Pokalsiege
Die bekanntesten Titel seiner Leipziger Jahre waren die DFB-Pokalsiege 2022 und 2023. Kampl gehörte zudem zu den Spielern, die in allen vier Leipziger Pokalfinals zwischen 2019 und 2023 eingesetzt wurden.
Für Leser, die vor allem den englischen Fußball verfolgen: Der DFB-Pokal ist Deutschlands nationaler Pokalwettbewerb. Seine grundsätzliche Bedeutung lässt sich mit der des FA Cups vergleichen, auch wenn Teilnehmerfeld und Wettbewerbsformat voneinander abweichen.
Die beiden Titel machen Kampls Leipziger Bilanz besonders greifbar. Seine lange Vereinszugehörigkeit fiel in eine Phase, in der Leipzig wiederholt große Endspiele erreichte und schließlich Pokale gewann.
Kevin Kampl in der slowenischen Nationalmannschaft
Kampl absolvierte zwischen 2012 und 2018 insgesamt 28 A-Länderspiele für Slowenien und erzielte dabei zwei Tore.
Sein Debüt gab er am 12. Oktober 2012 gegen Zypern. Sein letzter Einsatz folgte am 6. September 2018 gegen Bulgarien.
Die vergleichsweise kurze Nationalmannschaftslaufbahn steht neben einer deutlich längeren Vereinskarriere. Deshalb sollte seine internationale Erfahrung nicht allein an der Zahl der Länderspiele gemessen werden: Hinzu kamen die europäischen Vereinswettbewerbe mit seinen Klubs.
Warum beendete Kevin Kampl seine Karriere?
Kampls Abschied hatte familiäre Gründe. Nach dem Tod seines Bruders im Herbst 2025 rückte seine Familie stärker in den Mittelpunkt. Anfang Januar 2026 wurde die vorzeitige Auflösung seines Leipziger Vertrags zum 31. Januar bekannt gegeben.
Bei seiner Verabschiedung am 17. Januar erklärte er anschließend, seine aktive Laufbahn insgesamt zu beenden. Vertragsauflösung und Karriereende waren somit zwei zusammenhängende, aber zeitlich getrennt kommunizierte Entscheidungen.
Ältere Spielerprofile können ihn weiterhin unter RB Leipzig führen. Solche Zuordnungen beziehen sich häufig auf seine letzte Saison und sind kein Nachweis für einen fortbestehenden Vertrag.
Fazit
Kevin Kampls Karriere verbindet schwierige Anfänge mit einer langen Zeit im Spitzenfußball. Salzburg brachte den Durchbruch, Dortmund und Leverkusen wichtige Erfahrungen, Leipzig schließlich Kontinuität und zwei DFB-Pokalsiege.
Für britische Fußballfans bleibt sein Wembley-Siegtor gegen Tottenham ein besonderer Bezugspunkt. Für die Gesamtbewertung seiner Laufbahn sind vor allem seine langjährige Bundesligapräsenz und seine Bedeutung für Leipzig entscheidend. Im Januar 2026 endete seine aktive Karriere aus familiären Gründen.

