Roland Virkus ist ein deutscher Fußballfunktionär, der über Jahrzehnte die Nachwuchsarbeit von Borussia Mönchengladbach mitgestaltet hat. Von Februar 2022 bis September 2025 leitete er als Geschäftsführer Sport den sportlichen Bereich des Bundesligisten. Seit Juli 2026 arbeitet er bei Borussia im Trainer-Scouting innerhalb der Direktion Scouting & Recruitment. Seine Aufgabe ist es, talentierte Trainer zu beobachten und künftige Personalentscheidungen vorzubereiten. Darüber berichtete der Verein bei der Bekanntgabe seiner neuen Funktion.
Sein beruflicher Weg führt durch verschiedene Ebenen des Vereins: vom Jugendtraining über die Leitung des Nachwuchsbereichs bis zur Verantwortung für den Profifußball. Wer seine Laufbahn verstehen möchte, sollte deshalb auch die vielen Jahre berücksichtigen, in denen er außerhalb der großen Öffentlichkeit arbeitete.
Wer ist Roland Virkus?
Roland Virkus wurde am 3. Dezember 1966 in Mönchengladbach geboren. Zum angegebenen Stand ist er 59 Jahre alt. Bekannt wurde er vor allem durch seine langjährige Tätigkeit bei Borussia und die spätere Übernahme der sportlichen Geschäftsführung. Seine biografischen Eckdaten und frühen Trainerstationen sind im biografischen Überblick zu Roland Virkus dokumentiert.
Seine Herkunft und seine berufliche Entwicklung sind eng miteinander verbunden. Bereits vor seinem Einstieg bei Borussia arbeitete er im lokalen Jugendfußball. Der Wechsel in einen Bundesligaverein erfolgte über die Nachwuchsarbeit.
Überblick
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Name | Roland Virkus |
| Geburtsdatum | 3. Dezember 1966 |
| Alter | 59 Jahre, Stand September 2026 |
| Geburtsort | Mönchengladbach, Deutschland |
| Beruflicher Schwerpunkt | Fußballmanagement, Nachwuchsarbeit und Trainer-Scouting |
| Einstieg bei Borussia | Saison 1990/91 |
| Frühere Führungsfunktion | Geschäftsführer Sport |
| Zeitraum als Sportgeschäftsführer | Februar 2022 bis September 2025 |
| Neue Aufgabe | Trainer-Scouting |
| Bekanntgabe der neuen Funktion | 11. Juli 2026 |
Die Anfänge Jugendfußball in Mönchengladbach
Vor seiner Zeit bei Borussia trainierte Virkus die U19 der SpVg Odenkirchen. Zur Saison 1990/91 wechselte er in den Nachwuchsbereich von Borussia Mönchengladbach. Damit begann eine Vereinslaufbahn, die sich über mehr als drei Jahrzehnte erstreckte. Borussia blickte bei seiner Beförderung 2022 auf diese langjährige Tätigkeit zurück.
Virkus betreute im Laufe seiner Trainerarbeit verschiedene Altersklassen, darunter U15, U17 und U19. Diese Stationen bilden einen wichtigen Teil seines fachlichen Hintergrunds: Im Nachwuchsfußball geht es neben Ergebnissen auch darum, die Entwicklung einzelner Spieler über längere Zeiträume einzuschätzen.
Jugendtrainer müssen sportliche Anforderungen an das Alter ihrer Mannschaft anpassen. Gleichzeitig begleiten sie Spieler, deren schulischer Alltag, körperliche Entwicklung und persönliche Reife unterschiedlich verlaufen. Die Arbeit verlangt deshalb andere Entscheidungen als die Führung einer etablierten Profimannschaft.
Für die Einordnung von Virkus ist dieser Hintergrund relevant. Seine spätere Managementkarriere entstand aus der täglichen Arbeit mit jungen Fußballern und den Strukturen ihrer Ausbildung.
Vom Trainer zum Leiter des Nachwuchsbereichs
Nach seinen Aufgaben an der Seitenlinie übernahm Virkus zusätzliche Verantwortung in der Nachwuchsorganisation. Zu seinen Stationen gehörten die Leitung des Jugendinternats und ab 2008 die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. ZDFheute verweist in seinem Rückblick auf insgesamt 18 Jahre als Nachwuchstrainer und den anschließenden Aufstieg zum Nachwuchsleiter. Siehe dazu den Bericht über seine Vereinslaufbahn.
Mit einer solchen Leitungsfunktion verändert sich der Arbeitsalltag. Neben der Entwicklung von Spielern werden die Auswahl von Trainern, die Abstimmung zwischen Mannschaften und die langfristige Ausbildungsplanung wichtig.
Ein Nachwuchsleistungszentrum muss verschiedene Ziele miteinander verbinden:
- Spieler individuell fördern;
- Trainer fachlich unterstützen;
- sportliche und schulische Anforderungen abstimmen;
- geeignete Übergänge zwischen Altersklassen ermöglichen;
- Perspektiven für den Erwachsenenfußball schaffen.
Diese Aufgaben erklären, weshalb Nachwuchsführung auch für spätere Funktionen im Fußballmanagement relevant sein kann. Sie verlangt Personalentscheidungen, klare Zuständigkeiten und einen Blick auf Entwicklungen, die sich erst nach mehreren Spielzeiten bewerten lassen.
2022: Roland Virkus übernimmt nach Max Eberl
Im Februar 2022 übernahm Roland Virkus die sportliche Führung von Borussia Mönchengladbach als Nachfolger von Max Eberl. Der Verein entschied sich damit für einen Verantwortlichen, der die internen Abläufe bereits seit vielen Jahren kannte. Die Bundesliga bestätigte diesen Wechsel auch in ihrem späteren Rückblick auf seine Amtszeit.
Der Schritt bedeutete einen erheblich größeren Verantwortungsbereich. Als Geschäftsführer Sport stand Virkus nun für die sportliche Entwicklung der Profimannschaft mit ein. Dazu gehörten insbesondere Kaderplanung, Transferentscheidungen und die Zusammenarbeit mit dem Trainerteam.
Zugleich veränderte sich die öffentliche Wahrnehmung seiner Arbeit. Entscheidungen im Nachwuchsbereich werden häufig erst Jahre später sichtbar. Im Profifußball folgen Bewertungen dagegen unmittelbar auf Spiele, Transfers oder Trainerwechsel.
Seine Vereinskenntnis war für die neue Aufgabe ein nachvollziehbarer Vorteil. Sie beantwortete jedoch noch nicht die Frage, ob sich die Mannschaft unter seiner sportlichen Leitung dauerhaft stabilisieren würde. Dafür waren die konkreten Entscheidungen und deren Ergebnisse maßgeblich.
Trainerentscheidungen und Kaderplanung
Die Zusammenarbeit mit Daniel Farke
Im Sommer 2022 verpflichtete Borussia Daniel Farke als Cheftrainer. Nach einer Saison und dem zehnten Tabellenplatz endete die Zusammenarbeit wieder. Anschließend übernahm Gerardo Seoane.
Diese Abfolge zeigt, wie früh die Trainerfrage zu einem zentralen Thema der Amtszeit von Virkus wurde. Einen Trainer auszuwählen bedeutet zugleich, Vorstellungen über Spielweise, Trainingsarbeit und die Entwicklung des vorhandenen Kaders miteinander abzugleichen. Die damaligen Wechsel beschreibt unter anderem der Rückblick auf Gladbachs Trainersuche.
Julian Weigl als Beispiel einer Personalentscheidung
Ein konkretes Beispiel aus der Kaderplanung ist Julian Weigl. Borussia verpflichtete den Mittelfeldspieler im Mai 2023 nach seiner vorherigen Leihe fest von Benfica Lissabon. Die offizielle Transfermeldung dokumentiert diese Entscheidung.
Solche Verpflichtungen lassen sich besser beurteilen als pauschale Aussagen über eine gesamte Transferpolitik. Entscheidend sind jeweils die sportliche Rolle eines Spielers, seine Leistungen und die Bedingungen des Transfers.
Eine vollständige Bewertung der Arbeit eines Sportgeschäftsführers braucht entsprechend mehrere Perspektiven. Neben Neuzugängen zählen dazu Abgänge, Vertragslaufzeiten, die Entwicklung jüngerer Spieler und die Ergebnisse der Mannschaft. Einzelne gelungene oder misslungene Entscheidungen erklären nur einen Teil der Gesamtbilanz.

Warum trat Roland Virkus 2025 zurück?
Am 30. September 2025 endete Virkus’ Tätigkeit als Geschäftsführer Sport. Borussia teilte mit, dass Präsidium und Aufsichtsrat ihn auf seinen eigenen Vorschlag hin von den Aufgaben entbunden hatten. Präsident Rainer Bonhof würdigte zugleich seine langjährige Arbeit für den Verein. Die Entscheidung ist in der offiziellen Vereinsmitteilung festgehalten.
Der Rücktritt erfolgte während einer sportlichen Krise. Nach fünf Bundesligaspielen der Saison 2025/26 hatte Borussia zwei Punkte und stand am Tabellenende. Unmittelbar zuvor verlor die Mannschaft mit 4:6 gegen Eintracht Frankfurt.
Bereits Mitte September hatte sich der Verein nach saisonübergreifend zehn sieglosen Bundesligaspielen von Gerardo Seoane getrennt. Eugen Polanski übernahm zunächst interimistisch. Fans kritisierten Virkus unter anderem wegen der Transferpolitik und des Zeitpunkts der Trainerentscheidung. Diese Hintergründe schilderte ZDFheute am 30. September 2025.
Der Rücktritt war damit eine personelle Konsequenz aus einer anhaltend schwierigen Situation. Die damalige Kritik gehört zur Bewertung seiner Zeit als Sportchef; sie beschreibt jedoch nicht automatisch seine gesamte jahrzehntelange Tätigkeit im Verein.
Seit Juli 2026: Neue Aufgabe im Trainer-Scouting
Am 11. Juli 2026 gab Borussia eine neue Funktion für Roland Virkus bekannt. Er arbeitet seitdem im Bereich Trainer-Scouting und ergänzt das Team von André Hechelmann, dem Direktor Scouting & Recruitment.
Virkus soll Trainertalente beobachten und Profile erstellen, die spätere Personalentscheidungen unterstützen. Hechelmann begründete den Einsatz mit dessen Erfahrung als Nachwuchstrainer und bei der Auswahl von Trainern. Die Aufgaben beschreibt auch der Bericht über seine Rückkehr.
Was bedeutet Trainer-Scouting?
Trainer-Scouting bezeichnet die systematische Beobachtung und Einschätzung von Trainern. Ein Verein kann dadurch frühzeitig geeignete Kandidaten kennenlernen und sich auf künftige Stellenbesetzungen vorbereiten.
Allgemein können dabei Fragen wie diese wichtig sein:
- Welche Spielidee verfolgt ein Trainer?
- Wie entwickelt er junge Spieler?
- Wie passt er seine Arbeit an unterschiedliche Kader an?
- Welche Erfahrungen bringt er für die vorgesehene Aufgabe mit?
Diese Punkte erläutern das Arbeitsfeld allgemein. Borussias vollständiger interner Kriterienkatalog ist damit nicht beschrieben.
Virkus’ neue Tätigkeit lässt sich als Anschluss an seine früheren Schwerpunkte verstehen. Dafür spricht besonders seine Erfahrung in der Nachwuchsführung. Es handelt sich zugleich um einen klar abgegrenzten Aufgabenbereich innerhalb der Scoutingorganisation.
Fazit
Roland Virkus hat Borussia Mönchengladbach in unterschiedlichen Funktionen begleitet: als Jugendtrainer, Nachwuchsleiter und Geschäftsführer Sport. Seine Zeit an der Spitze des sportlichen Bereichs endete im September 2025 während einer sportlichen Krise.
Seit Juli 2026 bringt er seine Erfahrung im Trainer-Scouting ein. Sein beruflicher Weg zeigt damit sowohl die Möglichkeiten eines internen Aufstiegs als auch den hohen Ergebnisdruck im Profifußball. Für ein ausgewogenes Porträt sind seine langjährige Nachwuchsarbeit, die Entscheidungen als Sportchef und seine heutige Funktion gleichermaßen relevant.

